Technisch hochstehender Melodic Speed Metal mit Ex-Balance-of-Power-Sänger Lance King
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(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Melancholy Beast (Audio CD) Der bekannteste Kopf der dänisch-US-amerikanischen Kooperation von Pyramaze ist wohl Lance King, zuvor Sänger bei den britischen Melodic-Rockern Balance of Power. Pyramaze spielen auf ihrem 2004er-Debütalbum "Melancholy Beast" einen Speed Metal der gehobenen Klasse, gespickt mit epischen und Prog-Metal-Elementen und vorgetragen von exzellenten Musikern. Das Tempo der meisten Stücke ist sehr hoch und oft getragen von Double Bass. Es fehlt aber niemals das Gespür, an der richtigen Stelle Breaks oder verzögernde Parts vielfältiger Natur einzubauen, die mit technischen Kabinettstückchen geschmückt sind. Drums, Bass und Rhythmusgitarren präsentieren ein tightes und überaus vielfältiges rhythmisches Grundgerüst, das nicht stupide durchballert, sondern abwechslungsreiche Drives mit unterschiedlichen Akzentuierungen kreiert und sich durchaus das Prädikat 'Prog' erspielt. Die Keyboards sind stets präsent, aber selten so vordergründig wie in einigen Soloduellen mit der Gitarre, sondern steuern nicht übertriebene atmosphärische Klangteppiche bei sowie einige Begleitsounds, die es wert machen, sich das Album mit Kopfhörer zu Gemüte zu führen. Die dazugehörigen Gesangslinien spannen anspruchsvolle Melodiebogen mit großem Ambitus. Lance Kings Stimme ist unverkennbar und gibt der Musik viel Emotion. Seine markant hohen Backing Vocals, bekannt von Balance of Power, sorgen zudem mitunter dafür, dass die Klangräume dicht ausgefüllt sind und tragen so zur sehr bombastischen Gesamtatmosphäre des Albums bei, die manchmal droht, einige der zahlreichen musikalischen Details zu überdecken, der Verschiedenartigkeit der Songs aber dennoch genügend Raum bietet. So entfalten Up-Tempo-Nummern wie "Sleepy Hollow", "Forsaken Kingdom" oder "Power of Imagination", die lyrische Powerballade "Until We Fade Away" und der Mid-Tempo-Song "Mighty Abyss" ihre vielschichtigen Arrangements. Fast jedes Stück wird zum Ohrwurm, durch eingängige Gitarrenriffs als Hooklines und hymenartige Refrains, die manchmal leicht an melodische Iron-Maiden-Stücke erinnern, wie übrigens auch die einleitende Clean-Gitarren-Melodie bei "Mighty Abyss", einer Reminiszenz an epische Maiden-Stücke. Besonders fesselnd wirkt der wunderschön verträumte Chorus von "The Journey", der das zunächst brachiale Powerstück ausgerechnet im Chorus beinahe balladesk verzögert und dennoch durch kompakte Läufe im Hintergrund einen fesselnden Drive beibehält - ein zeitloser Melodic-Kracher, der auch von Balance of Power hätte stammen können. "Melancholy Beast" dürfte eine der gelungensten Melodic-Speed-Metal-Scheiben seit Labyrinths "Return to Heaven Denied" sein. Neben vereinzelten Ähnlichkeiten zu Stratovarius und Angra drängt sich der Gedanke an jene Platte beim Hören des öfteren auf. Aus der durch das Album ja auch vertretenen Prog-Richtung kann man sich zuweilen an Magnitude 9 erinnert fühlen. Dafür sorgen die mit einigem Hall abgemischten Vocals und die hypnotisierenden, oft melancholisch angehauchten Atmosphären. Und auch Balance-of-Power-Fans kommen nicht nur durch Sänger Lance King, sondern auch durch die tighte und abwechslungsreiche Rhythmusarbeit auf ihre Kosten. Auf ihrem zweiten Album "Legend of the Bone Carver" haben Pyramaze einen noch etwas ausgefeilteren Sound. Der Kauf beider Scheiben lohnt sich - "Legend of the Bone Carver", das als Konzeptalbum etwas epischer und progressiver aufgebaut ist, und "Melancholy Beast", das mehr auf Speed Metal setzt, und zwar einen ganz großartigen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 22. April 2006
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